Der folgende Text stammt von der Website des Pharmaunternehmens LICHER MT GmbH

Was ist ein Apomorphin-Pen?

Ein Apomorphin-Pen ist ein Medizinprodukt, mit dem Apomorphin-Injektionslösung unter die Haut (=subkutan) gespritzt werden kann. Diabetiker kennen solche Injektions-Pens auch von der Insulin-Therapie. Ein Pen ist so konstruiert, dass er möglichst einfach zu bedienen ist. So kann er auch benutzt werden, wenn Beweglichkeit und Geschicklichkeit beeinträchtigt sind. Die Menge des Arzneimittels, die je Anwendung injiziert werden soll, lässt sich an einem Dosierrad einstellen. Sie wird individuell von Ihrem Neurologen ermittelt.

Für wen ist ein Apomorphin-Pen geeignet?

Ihr Neurologe entscheidet, ob eine Pen-Therapie für Sie in Frage kommt. Im Allgemeinen ist ein Apomorphin-Pen geeignet für Patienten, die unter Morbus Parkinson leiden und nicht zufriedenstellend mit oralen Arzneimitteln (zum Beispiel Tabletten) behandelt werden können.

Nicht zufriedenstellend wäre es zum Beispiel, wenn Sie mindestens eines der folgenden Symptome feststellen:

  • Sie erleben morgens nach dem Aufwachen OFF-Zustände, bei denen es regelmäßig sehr lange dauert, bis die ersten Tabletten wirken (zum Beispiel mehr als eine Stunde).
  • Sie erleben tagsüber überraschend OFF-Phasen, obwohl Sie Ihre Medikamente rechtzeitig eingenommen haben.
  • Bei Ihnen treten regelmäßig OFF-Phasen nach Mahlzeiten auf.
  • Gelegentlich bleibt die Wirkung von Tabletten aus oder erfolgt erst sehr verzögert (zum Beispiel nach mehr als einer Stunde).
  • Sie erfahren OFF-Zustände bereits, bevor Sie die nächste Tablette einnehmen.
  • Sie leiden unter Schlafbeschwerden, zum Beispiel wegen nächtlicher Krämpfe in den Armen oder Beinen.

Diese Symptome können Ihrem Neurologen einen Hinweis geben, ob Sie für eine Apomorphin-Therapie geeignet sind. Sprechen Sie ihn deswegen bei Ihrem nächsten Arztbesuch darauf an.

Sollte Ihr Neurologe einen Apomorphin-Pen für Sie in Betracht ziehen, wird er zunächst mit einem Apomorphin-Test prüfen, ob Sie positiv auf Apomorphin reagieren. Ist der Test positiv, kommt es im Allgemeinen wenige Minuten nach Injektion des Arzneimittels zu einer spürbaren Besserung des OFF-Zustandes. Die Wirkung kann bis zu einer Stunde anhalten. Eine Änderung der üblichen Behandlung mit Tabletten, Kapseln oder Pflaster nach Benutzung des Pens ist normalerweise nicht nötig.

Für viele Patienten bedeutet die Nutzung des Pens ein Mehr an Lebensqualität. Sie können die Aktivitäten des täglichen Lebens besser planen und sie gewinnen an Selbständigkeit und Selbstsicherheit.

Beim Gebrauch des Apomorphin-Pens sind Nebenwirkungen nicht ausgeschlossen. Darüber klärt Sie Ihr Neurologe auf. Er entscheidet auch zusammen mit Ihnen, ob es auch für Sie sinnvoll ist, einen Apomorphin-Pen zu nutzen.

Welche Arten von Pens gibt es?

Es gibt zwei grundsätzlich unterschiedliche Arten, federunterstützte Pens und solche ohne Federunterstützung. Federgestützte Pens […] werden aufwendig hergestellt und können mehrfach wiederverwendet werden. Bei diesen Pens ist der nötige Kraftaufwand für die Injektion deutlich geringer als bei anderen Pens. Sie eignen sich aufgrund der einfachen Handhabung besonders für Personen mit eingeschränkter Motorik. Durch die Federunterstützung können dünnere Nadeln genutzt werden, was auch die Injektion patientenfreundlicher gestaltet. […]

Der [federgestützte, wiederbefüllbare] Pen wird mit einer Patrone bestückt, die das Arzneimittel enthält. Ist das Arzneimittel aufgebraucht, kann der Pen mit einer neuen Patrone bestückt und wiederverwendet werden. Bei allen derzeit verfügbaren Pens wird die empfohlene Dosis mit einem Dosierrad voreingestellt.

Die verwendete Injektionsnadel muss zu dem jeweiligen Pen passen und sollte nach jeder Benutzung weggeworfen werden. Damit sich niemand an der benutzten Nadel sticht, empfehlen wir durchstichsichere Abwurfbehälter zu nutzen.

Quelle: https://www.lichermt.de/unsere-therapiebereiche-apomorphin-therapie-pen-therapie-bei-parkinson/faq-apomorphin-pen

Ratgeber Apomorphin-Pen (PDF – 1.04 MB) herunterladen