Was geschieht da im Gehirn?

Eigentlich wollte Michael Okun sein neues Buch „Die Parkinson-Pandemie“ nennen, aber der Verlag in den USA entschied sich für einen anderen Titel: „Ending Parkinson’s„, Parkinson beenden. Ein bisschen ärgert sich Okun darüber. Der Begriff Pandemie ist ihm wichtig, weil sich auch die Erkrankung, auf deren Erforschung und Behandlung er sich spezialisiert hat, weltweit ausbreitet, die Zahl der Patienten wächst. Michael Okun ist Professor für Neurologie an der Universität von Florida in Miami und Medizinischer Direktor der Amerikanischen Parkinson-Stiftung.

Okun will zusätzlich auf die Verbindungen hinweisen, die er zur Corona-Pandemie sieht. Er ist überzeugt, dass es direkte und indirekte Zusammenhänge zwischen der akuten und der chronischen Erkrankungswelle gibt. Medizinische und wissenschaftliche Zusammenhänge, die zum Teil bedrohlich sind. Die Symptome von Menschen, die eine Corona-Infektion lange nicht überwinden können, ähneln oft Parkinson-Anzeichen. Manche Experten fürchten deshalb bereits einen Anstieg der Parkinson-Diagnosen in den Jahren nach der aktuellen Pandemie, Studien, die die Zusammenhänge untersuchen, sind angelaufen. Für die Parkinson-Forschung könnte sich das als Schub erweisen, meint Michael Okun.

Weltweit leben mehr als zehn Millionen Menschen mit Parkinson. In den USA sind es etwa 1,2 Millionen, in Deutschland rund 400.000. Die Zahl der Betroffenen steigt, vor allem, weil die Menschen älter und die Diagnoseverfahren genauer werden.

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Forscher können bisher nicht sicher sagen, warum Parkinson ausbricht. Man weiß, dass Menschen, die ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten haben, ein erhöhtes Risiko haben, es gibt auch erbliche Veranlagungen. Es gibt die Vermutung, dass Umwelteinflüsse eine Rolle spielen; so könnten Nervengifte, die zum Beispiel in Pestiziden enthalten sind, ein Auslöser sein. Das würde erklären, warum inzwischen häufiger jünger Menschen erkranken. Und noch eine weitere Theorie wird unter Forschern diskutiert: Die Erkrankung könnte im Darm beginnen, die Proteinablagerungen würden sich von dort ins Gehirn ausbreiten. Heilbar ist Parkinson bisher nicht, Patienten werden mit Dopamin behandelt, die Medikamente haben oft unangenehme Nebenwirkungen. Auch regelmäßiger Sport und Bewegungstherapie können den Krankheitsverlauf verlangsamen.

Den vollständigen Artikel von Katja Ridderbusch in der Welt am Sonntag vom 10. Januar 2021 finden Sie hier:
https://ptp42.de/wp-content/uploads/2021/01/ArtikelParkinson.pdf

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