Titandioxid als Hilfsstoff in Arzneimitteln weiterhin erlaubt

Umstrittener Farbstoff

EU-Staaten stimmen Verbot von Titandioxid für Lebensmittel zu

Kaugummis, Süßigkeiten und andere Lebensmittel müssen ab 2022 voraussichtlich ohne den weit verbreiteten weißen Farbstoff Titandioxid (E171) auskommen. Die EU-Staaten stimmten einem Vorschlag der EU-Kommission zu, den Zusatzstoff wegen möglicher Krebsrisiken aus Lebensmitteln zu verbannen.

Die Sicherheit unserer Lebensmittel und die Gesundheit unserer Verbraucher sind nicht verhandelbar.

EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides

sagte EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides am Freitag. Der als E171 bekannte Stoff kommt auch in Backwaren, Suppen und Salatsoßen vor. Die EU-Kommission hatte ihren Vorschlag im Frühjahr auf Grundlage einer überarbeiteten Empfehlung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) vorgelegt. Auch Ernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) hatte für einen EU-weiten Zulassungsstopp in Nahrungsmitteln plädiert.

Die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch, die sich schon seit längerem für das Titandioxid-Verbot einsetzt, sprach am Freitag von einem «Schritt in die richtige Richtung». Nun solle die EU «die weiteren mehr als 300 in Europa zugelassenen Lebensmittelzusatzstoffe» überprüfen und reduzieren, sagte Sprecher Andreas Winkler.

Im Sinne des vorbeugenden Gesundheitsschutzes müssen alle umstrittenen Zusatzstoffe verboten werden.

Andreas Winkler, Foodwatch

Die EU-Staaten und das Europaparlament haben nun bis Ende des Jahres Zeit, Einspruch gegen das Verbot zu erheben. Andernfalls tritt es Anfang 2022 in Kraft, wie die EU-Kommission mitteilte. Dann soll es noch eine sechsmonatige Auslaufphase geben.

Die Verwendung von Titandioxid als Hilfsstoff in Arzneimitteln wie Tabletten soll dagegen weiterhin erlaubt bleiben.

Ende der Agentur-Meldung


Wie krank ist das?

Ein Aufschrei der Akteure der Patientenvertretungen und der Patientensicherheit müsste nun eigendynamisch einsetzen. Es geht nicht um meine aktuelle DOPANET-Initiative, mit der ich aktuell binnen weniger Tage mehrere Bundesbehörden und bisher drei führende Arzneimittelhersteller zu Statements zum Thema Titandioxid in Medikamenten bewegte. Ich alleine kann gar nichts bewirken.

Es muss ein konsortialer Aufschrei durch die Gesellschaft gehen.

Erkannt ist, dass Titandioxid gesundheitsgefährdend ist. Es steht schwarz auf weiss auf den Briefbögen der EU-Kommission. Sind erkrankte Menschen, die als Patienten Tabletten konsumieren, nicht mehr gesund genug, als dass es lohnte, sie ebenfalls zu schützen? Wie soll man das anders verstehen? Schläft die Politik? Oder hofft man, dass die Öffentlichkeit im Moment durch andere Themen so abgelenkt ist, dass sie das Thema verpasst?

Die Entscheidung, dass Titandioxid aus der Nahrungskette und der Lebensmittelproduktion verbannt wird, ist folgerichtig und zu begrüßen.

Dass Titandioxid-Beimengungen in Medikamenten jedoch von der Verbotsnote ausgeschlossen wurden, ist ein veritabler Skandal.

Es besteht konkreter Nachverhandlung- und Handlungsbedarf. Die Pharmawirtschaft müsste im Sinne der Verantwortung für ihre „Kundschaft“, die Patienten, Titandioxid aus dem Zutatenkatalog bei der Herstellung von Arzneimitteln entfernen. Und die Protagonisten von Parteien, Regierungen, Patientenvertretungen und der Lobby müssten alles tun, ihren Ruf zu retten und in das Thema einsteigen.

Jetzt und sofort! Wer hilft mit? Wie bekommen wir hier Öffentlichkeit?

Die Arzneimittel- und Therapie-Sicherheit muss in Wallung kommen, Verbraucherverbände das Thema aufgreifen, Sozialverbände, Kirchen und Gewerkschaften müssen in die Thematik einsteigen.

12.10.2021

J. M. Mielert

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